KfW meldet gute Konjunktur im Mittelstand - trotz mancher schlechter Nachrichten

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer basiert auf einer Auswertung, bei der monatlich rund 5.600 Mittelständler der gewerblichen Wirtschaft (Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel) zu ihrer wirtschaftlichen Situation befragt werden. Dazu werden Betriebe gezählt, welche nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Zur Erhöhung der Trennschärfe sind die quantitativen Grenzen allerdings beim Einzelhandel (maximal 12,5 Mio. EUR Jahresumsatz) und beim Bauhauptgewerbe (bis zu 200 Beschäftigte) enger gezogen worden.

Die Creditreform Wirtschaftsforschung befragt zweimal jährlich rund 4.000 Unternehmen aus dem Mittelstand. Dabei wird auch der Dienstleistungssektor befragt, außerdem werden nur Adressen ausgewählt, die auch die für den Mittelstand typische Identität von Inhaber und Management vorweisen.

In der letzten Ausgabe des Newsletters hatten wir die Ergebnisse der Creditreform Mittelstandsanalyse vorgestellt. Tenor: Der Mittelstand schwimmt auf dem Kamm der kräftigen Konjunkturwelle, sowohl die Umsätze als auch die Personalsituation und die Erträge sind auf einem Hoch – dies alles auf dem Boden einer stabilen Finanzierungssituation.

Von den Flüchtlingen bis zum Abgasskandal – Mittelstand bleibt unbeirrt

KfW Research bestätigt in seiner Meldung vom November diesen Aufwärtstrend. Dort heißt es: Der seit Jahresbeginn eingeschlagene, moderate Aufwärtstrend bei den Lageurteilen setzt sich fort: Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage verbessern sich gegenüber September um 0,8 Zähler auf 26,1 Saldenpunkte. Auch die Geschäftserwartungen ziehen an. „Der Anstieg um 0,2 Zähler auf 9,1 Saldenpunkte ist zwar nur marginal, aber angesichts der politischen Auseinandersetzungen in Europa sowie der verbleibenden Unsicherheiten hinsichtlich der konjunkturellen Stärke der Schwellenländer durchaus positiv zu bewerten“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.

Das Mittelstandsbarometer der KfW – in Zusammenarbeit mit dem Ifo Institut – vergleicht die Aussagen von Mittelstand und Großunternehmen. Auch bei den Großunternehmen steigt das Geschäftsklima im Oktober (+ 0,5 Zähler auf 13,9 Saldenpunkte). Im Vergleich zum Mittelstand ist das Niveau des Indikators zwar etwas niedriger, aber dennoch überdurchschnittlich gut. Während die Urteile der großen Firmen zur aktuellen Geschäftslage unverändert bei 21,6 Saldenpunkten verharren, legen die Erwartungen sogar etwas kräftiger als bei den mittelständischen Unternehmen zu (+ 0,9 Zähler auf 6,0 Saldenpunkte).

Endlich auch die Binnenkonjunktur

Haupttreiber der Konjunktur bleibt jedoch die Binnennachfrage, insbesondere der Konsum. Die Gründe hierfür – guter Arbeitsmarkt und steigende Nominallöhne bei gleichzeitig sehr geringer Inflationsrate und niedrigen Zinsen – sind lange bekannt und treiben das Geschäftsklima im Einzelhandel seit zweieinhalb Jahren immer weiter nach oben. Die Stimmung im mittelständischen Einzelhandel erreicht inzwischen ein geradezu euphorisches Niveau (+ 2,6 Zähler auf 32,7 Saldenpunkte), das nur mit dem Wiedervereinigungsboom vor rund 25 Jahren zu vergleichen ist. Doch auch in den anderen Branchen hellt sich die Stimmung trendmäßig auf.

Aber nicht nur KfW und Creditreform kommen zu ähnlichen Aussagen. Auch der DIHK mit seiner breitangelegten Befragung sieht überall Optimismus auf der Grundlage einer stabilen Situation– trotz aller weltweiten und auch innerdeutschen Probleme.

Quelle: KfW Mittelstandsbarometer Oktober 2015

© 2018 Creditreform Hannover-Celle Bissel KG

Kontakt

allgemeineskontaktformular

Allgemeines Kontaktformular
Kontakt